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Seramas

Um es gleich vorweg zu nehmen: Seramas sind in Deutschland - im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern - noch nicht als Rasse anerkannt, man findet sie daher auch nicht im Geflügelstandard.

 

American Serama - Hahn Klasse A aus unserer Zucht

 

US-Standard - Musterzeichnung

Das Serama ist eine relativ junge Zwerghuhnrasse und stammt ursprünglich aus Malaysia, genauer gesagt aus dem Gebiet Kelantan wo ein Züchter Namens Wee Yean Een Tiere der Rasse Ayam Kapan (kleine Kämpfer, ähnlich dem modernen englischen Zwergkämpfer) mit Seidenhühnern gekreuzt hat. Die so entstandenen Tiere wiesen teils Mermale des Seidenhuhns auf, teils aber auch des Kämpfers. Einige Tiere wiesen jedoch Merkmale beider Rassen auf. Diese Tiere kreuzte er mit Chabos ("Ayam Jepun") um eine aufrechte Schwanzhaltung zu erreichen. Dieses Erbe macht sich auch heute noch immer wieder bemerkbar, sei es durch einzelne 5-zehige Tiere oder Tiere mit dunklen Gesichtern bzw. Seidenfiedrigkeit (Seidenhuhn), oder aber durch gelockte Exemplare (Chabo) ect.

Die Nachzucht daraus kam seinen Vorstellungen von einem kleinen, kompakten Huhn mit hoch getragener Brust, kurzem Rücken und aufrecht getragenem Schwanz schon sehr nahe. Das Serama war geboren! Im Laufe der Zeit gelang es ihm, die Tiere immer kleiner zu züchten. 1988 hatte er die ersten Tiere mit einem Gewicht unter 500 Gramm und begann, die Tiere in verschiedene Gewichtsklassen einzuteilen. Er benannte die so entstandene neue Rasse nach einer in Malaysia sehr beliebten und für seine Schönheit und majestätische Erscheinung berühmten Schattenspiel-Figur (Raja Sri Rama) "Serama".

Im Jahre 1990, kurz nachdem Mr. Een erstmals Tiere aus seiner Zucht an andere Züchter abgegeben hat, fand in Malaysia schließlich die erste kleine Serama-Show statt, Mr. Een war der Preisrichter. Diese allererste Serama-Show hat den Tieren zu einer sehr großen Beliebtheit verholfen, bald darauf wurden größere Shows abgehalten und das Serama wurde rasch zu einem der  beliebtesten Haustiere Malaysias.  

Serama-Zuchtstamm

Verbreitung fand das Serama lange Zeit vor vor allem im Ursprungsland. Es gibt dort viele recht  unterschiedliche Typen bzw. Formen wie z.B. "Dragoon" oder "Ball" die teilweise ein für das europäische Auge recht extremes Erscheinungsbild aufweisen, es gibt z.B. Tiere, deren Brust so stark vorgewölbt ist dass man den Kopf von vorne betrachtet gar nicht mehr sieht, ähnlich unserer Pfautaube. Für besondere Exemlare werden dort auch horrende Preise bezahlt. Daneben gibt es noch die sog. "Kapans", das sind größere, z.T. im Seramatyp stehende Tiere, meist Kreuzungen aus Seramas und anderen regionalen Rassen, oft Kämpfertypen.
Im Jahr 2000 wurde durch J. Schexnayder zum ersten Mal eine größere Anzahl von Tieren der verschiedenen malaiischen Typen in die USA eingeführt und dort zu einem Typ verbunden, dem "American Type Serama" oder "American Serama", ein Standard wurde geschaffen, dazu wurden die einzelnen (Extrem)Typen wie "Ball", "Dragon" ect. zu einem einheitlichen Typ zusammengefasst. Dies ist auch der Grund, warum sich Seramas in den USA von vielen malaiischen Tieren unterscheiden bzw. in der Regel eine gemäßigtere Körperhaltung haben.

Binnen kürzester Zeit hat sich das Serama in den USA als Rasse etabliert, es gibt eigene Serama-Clubs, mehrere Seramashows pro Jahr, das Zuchtziel liegt vor allem im Typ und in der extremen Kleinheit der Tiere, es wird aber auch verstärkt auf das Wesen der Tiere geachtet. Seramas sollen ruhig und zutraulich sein, da sie auf Ausstellungen nicht wie bei uns üblich im Käfig oder in der Hand bewertet werden sondern sich frei stehend auf einem Bewertungstisch den Preisrichtern präsentieren sollen. In ihrer Heimat Malaysia werden sie aufgrund ihres ruhigen Wesens z.T. auch im Haus gehalten, aber dazu später mehr.

Ein Pärchen American Seramas

Seramas sind die zur Zeit kleinste standardisierte Hühnerrasse der Welt. Die kleinsten Vertreter erreichen laut Standard ein Höchstgewicht von etwa 325 Gramm und weniger, in den USA teilt man die Tiere je nach Gewicht in vier Klassen auf. Tiere der Klasse A (weniger als 325 Gramm bei der Henne bzw. 350 Gramm beim Hahn) sind dort sehr begehrt, für solche Tiere werden durchaus Preise ab 500,00 US-Dollar und weit darüber hinaus verlangt. Es gibt diese Rasse neben der "normalen" Variante auch noch seidenfiedrig (silkied) und vereinzelt auch gelockt (frizzled).

Es halten sich hartnäckige Gerüchte, die Kleinheit werde nur durch Spezialdiäten erreicht ect., es mag sein, dass es Züchter gibt, die solche fragwürdigen Methoden anwenden, das macht aber auf Dauer keinen Sinn. Die Größe eines Tieres ist genetisch bedingt und nicht wesentlich durch die Fütterung zu beeinflussen. Wenn man ein Tier nicht ausreichend füttert hat man zwar ein leichtes da unterernährtes (und keinesfalls gesundes) Tier, es bleibt aber immer noch groß. Harmonische Proportionen lassen sich so auf keinen Fall erreichen.

Seramas werden sowohl in ihrer asiatischen Heimat als auch in den USA nicht nach Farbschlägen gezüchtet oder vererben eine bestimmte Farbe, es ist daher nicht ungewöhnlich dass bei einem Gelege jedes der geschlüpften Küken eine andere Farbe hat. Auch die Größe der Tiere variiert, der Großteilteil der Nachzucht durchschnittlich großer Seramas wird später in etwa die Größe der Eltern haben, ein paar Tiere werden oft ein wenig größer - und mit etwas Glück sind auch einige sehr kleine Tiere darunter. Eine entgültige Größeneinteilung ist frühestens ab dem 6. Monat möglich, bei Hähnen eher noch später.
American Seramas - Micro-Henne

An die Unterbringung stellen die Tiere keine großen Ansprüche, allerdings müssen sie vor Nässe und Frost geschützt werden, dies gilt insbesondere für die kleinsten Vertreter, die noch etwas wärmebedürftiger sind als die größeren Tiere. Wenn man dies beachtet, kommen sie auch in unseren Breiten gut zurecht. Seramas lieben  bei gutem Wetter Auslauf im Garten! Damit sie nicht "abhanden kommen" und nicht Raubvögeln und Katzen ect. zum Opfer fallen, sollte man sie aber nicht unbeaufsichtigt draussen lassen, ein Kaninchenstall mit Freigehege tut hier sehr gute Dienste.

Wir bekommen immer wieder Anfragen die auf die Wohnungshaltung abzielen. Sicher sind Seramas sehr klein und eine Wohnungshaltung allein aufgrund dieser Tatsache wäre schon möglich. ABER: Seramas sind trotz vieler Besonderheiten immer noch Hühner und sollten unserer Meinung nach auch als solche gehalten werden, d.h. sie sollten Auslauf haben, scharren können, sich in die Sonne legen können usw. All das ist in der reinen Wohnungshaltung nur eingeschränkt oder auch gar nicht möglich. Auch wenn in Malaysia (wo ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns in Europa!) oder vereinzelt auch in den USA Seramas im Haus gehalten werden entspricht das sicher nicht den Bedürfnissen der Tiere (und auch nicht unbedingt denen der menschlichen Mitbewohner)! Es spricht allerdings nichts dagegen, Seramas über den Winter im Haus unterzubringen, bei strengem Frost und fehlender Wärmequelle im Stall ist es allemal besser, die Tiere z.B. in einem Kellerraum unterzubringen. Wir halten unsere Seramas ganzjährig im Stall, bei starkem Frost bekommen sie eine Wärmelampe (das gilt übrigens auch für unsere Chabos), lediglich die etwas kälteempfindlicheren A-Tiere oder auch spät im Jahr gefallene Jungtiere überwintern in unserem Brut- und Aufzuchtkeller.

In der Fütterung sind die Tiere unkompliziert, Küken werden mit einer Mischung aus normalem Kükenkorn oder Kükenmehl ( auf keinen Fall Kükenmastfutter!),  etwas Wellensittichfutter und Haferflocken aufgezogen, später genügt dann ganz gewöhnliches Hühner-Alleinfutter, am besten geschrotet oder gewalzt, zu große Körner sind nicht geeignet. Auch allzu energiereiches Futter mit hohem Maisanteil wie z.B. reines Legemehl ect. sollte man nicht pur geben, wenn überhaut, dann allenfalls mit Körnermischfutter gestreckt, dieses Futter ist für moderne Hochleistungshühner konzipiert  und für die kleinen Seramas viel zu reichaltig, das führt auf Dauer zu Verfettung, Organschäden ect. Es gibt sehr gute Alleinfuttermischungen, z.B. von der Firma Garvo (auf den Zusatz "Alleinfutter" achten, eine  "Körnermischung" ist kein Alleinfutter!) Auch für erwachsene Tiere ist Wellensittichfutter (Hirse aller Art) ein gutes (Zusatz-)Futter, manche Tiere picken mit Hingabe Kolbenhirse aus. Dazu noch Muschelschalen, Grit ect.

Äpfel und Salatblätter oder auch halbierte Zuccini oder im Winter geriebene Möhren sind ebenfalls immer willkommen. Als besonderes "Leckerli" lieben die Tiere Haferflocken, damit kann man sie sehr schnell zutraulich bekommen.

Seramas und Kinder - eine gute Kombination!

Seramas sind sehr angenehme Haushühner, das Krähen der Hähne ist meist wesentlich leiser als das anderer Zwergrassen (also sehr "nachbarfreundlich", Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel), die Tiere sind sehr zahm und anhänglich. Außerdem legen sie natürlich auch (wenn auch sehr kleine) Eier, ein Ei liegt etwa bei 16 bis 25 Gramm, je nach Größe der Henne. Und: JA, man kann die Eier natürlich essen ;-)

Größenvergleich: Normales Hühnerei - Seramaei

Seramas sind kleine Persönlichkeiten die sehr an "ihren" Menschen hängen, man muß keinen Riesengarten oder -Stall haben, um sie halten zu können, auch ihre Lautstärke hält sich in Grenzen. Wer platzbedingt keine großen Hühner halten kann und auch Ärger mit den Nachbarn vermeiden will, für den sind Seramas eine echte Alternative.

 
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