HOPFENLAND-Alpakas HOPFENLAND-Rassegeflügel

 Wissenswertes über Alpakas

Das Alpaka gehört zu den Neuweltkameliden und ist eng verwandt mit dem Lama und den heute noch wildlebenden Urformen Vikunja und Guanaco. Es stammt aus der Andenregion Südamerikas und gehört zu den ältesten domestizierten  Haustierrassen der Welt.

Unser Alpakahengst " AL Elfengeist" mit Trampeltier "Ali Baba" von der Kameloase Langerringen

Bereits die Inkas hielten Alpakas in großen, frei umherziehenden Herden. Während das Lama den Inkas überwiegend als Transportmittel bzw. Packtier diente, wurden (und werden auch  heute noch) Alpakas wegen ihrer feinen Faser gehalten.

 zwei Junghengste, einmal medium brown, einmal white

Heute werden Alpakas in ihrer Heimat vor allem in Peru und Chile gezüchtet, mittlerweile haben sie sich jedoch weltweit verbreitet, in Australien, Neuseeland, den USA oder auch Kanada gibt es inzwischen große Alpakaherden und auch bei uns hat das Alpaka den Wandel vom ursprünglichen Zootier hin zum Haustier und mittlerweile sogar zum (bedingt anerkannten) landwirtschaftlichen Nutztier vollzogen.

Das Alpaka wird anhand seiner Wolle (Faser) in zwei Typen unterteilt: Das Huacaya und das Suri. Das Huacaya hat eine optisch an ein Schaf erinnernde, fein gekräuselte Faser während die Faser des Suris in langen, gedrehten Locken herabhängt. Suris sind vergleichsweise selten und entsprechend begehrt. Alpakas kommen in allen möglichen Farbschattierungen vor, im Hinblick auf die Weiterverarbeitung der Faser wurden früher gezielt einfarbige Tiere gezüchtet, es gibt aber auch bunt gescheckte Tiere ("Appaloosas"), die inzwischen mehr und mehr in Mode kommen.

Die Haltung von Alpakas ist zwar nicht besonders schwierig, aber auch diese gemeinhin als anspruchslos betrachteten Tiere benötigen ein Mindestmaß an Pflege und Fürsorge um gesund zu bleiben und (bis zu 20 Jahre) alt zu werden. Alpakas sind reine Herdentiere und MÜSSEN auch als solche gehalten werden, eine kleine Gruppe oder wenigstens zwei Tiere müssen es auf jeden Fall sein. Als ausgesprochene Weidetiere benötigen Alpakas ganzjährigen Weidegang, man rechnet für zwei Tiere mit mindestens 1.000 m2 Weidefläche, für jedes weitere Tier kommen jeweils 100 m2 dazu, dies schließt die Fläche für eine evtl. Heugewinnung nicht mit ein.

Alpakas sind zwar nicht kälteempfindlich, der Nässe in unseren Breitengraden sollten sie jedoch nicht ungeschützt ausgesetzt werden, sodass sie auf jeden Fall einen trockenen und zugfreien Unterstand brauchen in dem sie vor Regen, Wind oder auch starker Sonne geschützt sind. Bewährt hat sich bei uns ein Offenstall, den die Tiere vor allem auch im Sommer tagsüber gerne aufsuchen um der Insektenplage ein wenig zu entkommen.

Alpakas lieben es, sich im Sand zu wälzen oder liegend in der Sonne zu dösen, wir haben unseren Tieren einen "Sandkasten" angelegt den sie gerne aufsuchen. Alpakas ernähren sich als Weidetiere überwiegend von Gras, dazu benötigen sie das ganze Jahr über Rauhfutter in Form von gutem Heu, im Sommer weniger, im Winter mehr. Unsere Tiere bekommen zusätzlich eine gute, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Mineralstoffmischung und einen Leckstein, das reicht normalerweie völlig aus. Tragende oder säugende Stuten bekommen bei Bedarf dazu noch etwas Luzerne, welche auch im Winter - wenn es kein Gras gibt-  als Zusatz zum Heu gute Dienste leistet. Mit getreidehaltigem Kraftfutter, das es inzwischen in Form von diversen Alpakamüslis fertig zusammengestellt im Futtermittelhandel zu kaufen gibt, sollte man - wenn überhaupt - sehr sparsam umgehen. Zuviel schadet den Tieren sehr und kann schlimmstenfalls mit einer Übersäuerung des Magens, Kolik oder sogar dem Tod eines Tieres enden. Ein normal gehaltenes Alpaka, das weder tragend ist noch ein Fohlen zu säugen hat, benötigt kein Kraftfutter. Auch mit Karotten, Äpfel und Co. sollte man sich zurückhalten oder besser ganz darauf verzichten. Dass man Brot, Zucker und Ähnliches nicht verfüttert versteht sich von selbst, solche Dinge haben in einem Kamelidenmagen nichts verloren!

Ein Cria, wenige Stunden alt

Alpakas müssen selbstverständlich auch regelmäßig geimpft und entwurmt werden, außerdem müssen die Zehennägel regelmäßig gekürzt werden. Darüber hinaus MÜSSEN Alpakas schon aus Tierschutzgründen einmal jährlich geschoren werden, was man bei ruhigen Tieren notfalls auch mit einer ganz normalen Haushaltsschere bewerkstelligen kann, das Ergebnis sieht dann zwar oft etwas merkwürdig aus, verwächst sich aber schon nach kurzer Zeit wieder.

 

Alpakas sind äußerst fruchtbare Tiere, die Stuten werden mit ca. 1,5 Jahren geschlechtsreif, die Hengste meist zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr. Die Tragezeit beträgt bei Alpakas etwa 350 Tage. In der Regel bringen die Stuten ihr Fohlen (Cria) ohne Hilfe zur Welt, das Fohlen steht schon nach kurzer Zeit auf seinen noch recht wackeligen Beinchen und versucht bei seiner Mutter zu trinken.

 

Alpakastuten sind meist innerhalb von drei Wochen nach der Geburt wieder aufnahmebereit und werden in dieser Zeit erneut vom Hengst gedeckt. 

"AL Elfengeist"

 Was macht man nun mit Alpakas?

In erster Linie wurden und werden Alpakas wegen ihrer Faser gezüchtet. Die Alpakafaser ist äußerst fein und weich, in der südamerikanischen Heimat der Tiere ist die Faser und deren Verarbeitung ein bedeutender Wirtschaftszweig. Bei uns steckt die Faservermarktung bzw. -verarbeitung noch immer in den Kinderschuhen, vor allem weil die Tiere meist in kleinerer Anzahl gehalten werden und die Menge der anfallenden Faser dementsprechend gering ist. Viele Züchter und Halter verarbeiten ihre Faser daher selbst oder geben sie an interessierte Hobby-Handspinner(innen) ect. ab. Inzwischen gibt es aber auch kleinere Wohlmühlen, die sich auf die Verarbeitung von Kleinmengen spezialisiert haben und Alpakafaser zu Strickgarn oder auch Bettdecken ect. verarbeiten. Man kann dort die Faser seiner eigenen Tiere verarbeiten lassen und bekommt das gewählte, fertige Produkt (Strickgarn, zum Verspinnen kardierte Faser oder auch Filz ect.) zurück.

Alpakas sind sehr ruhige und sanftmütige Tiere, das (zu Unrecht!!) berühmt-berüchtigte Spucken setzten sie in der Regel nur untereinander ein, vor allem bei Rangstreitigkeiten innerhalb der Herde, bei Auseinandersetzungen ums Futter oder wenn eine Stute dem Hengst signalisieren möchte, dass er sie in Ruhe zu lassen hat. Dieses ruhige und sanfte Wesen ermöglicht es, gut trainierte Alpakas gezielt in der tiergestützten Therapie einzusetzen, z.B. für die Arbeit mit behinderten Menschen. Vor allem Kinder verlieren sehr schnell ihre Ängste angesichts der großen dunklen Augen und des kuscheligen Fells.  

"AL Elfengeist"

Aber auch als Begleittiere oder für Trekkingtouren sind Alpakas gut geeignet, wenn sie auch nicht ganz soviel tragen können wie die dafür eigens gezüchteten  Lamas. 

Kurz und gut: Alpakas sind einfach äußerst liebenswerte Tiere, die von der einfachen Weidepflege bis hin zum Therapie- und Trekkingtier vielseitig einsetzbar sind und ihren Besitzern jeden Tag auf's Neue Freude machen!

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